Verband der Gartenfreunde Riesa e.V.
Verband der Gartenfreunde Riesa e.V.

Rahmenkleingartenordnung

„Wer das BKleingG in Anspruch nimmt, muss auch entsprechend dieses Gesetzes seinen Kleingarten nutzen“

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Rahmenkleingartenordnung des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner e.V.
(Beschluss des Gesamtvorstandes des LSK vom 06. November 2009)
Die Rahmenkleingartenordnung gilt für alle im LSK organisierten Kreis-, Territorial-, Regional- und Stadtverbände und deren Kleingärtnervereine (nachfolgend
Verbände genannt). Sie ist Bestandteil der mit den einzelnen Pächtern abgeschlossenen Verträge. Grundlage dieser Ordnung ist das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) in der jeweils gültigen Fassung.


1. Kleingärten (KG) - Kleingartenanlagen (KGA)
1.1 Begriff KG
Kleingärten sind Gärten, die dem Kleingärtner zur
nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere
zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den
Eigenbedarf, und zur Erholung dienen (kleingärtnerische
Nutzung) und in einer Kleingartenanlage liegen, in der
mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen
zusammengefasst sind.
Die KGA ist Bestandteil des Grünsystems der Städte und
Gemeinden, diese sind grundsätzlich für die Allgemeinheit
zugänglich. Die Öffnungszeiten der Anlage legt der
Kleingärtnerverein fest.


1.2 Kleingärtnerische Betätigung
Die Erhaltung und Pflege der KGA und KG sowie der
Schutz von Boden, Wasser und Umwelt sind Gegenstand
der kleingärtnerischen Betätigung. Der Arten- und
Biotopschutz ist, soweit die kleingärtnerische Nutzung nicht
beeinträchtigt wird, zu fördern.


1.3 Grundlagen
Die gesetzlichen Bestimmungen für Boden-, Pflanzen- und
Umweltschutz, sowie Ordnung, Sicherheit und Brandschutz
und die daraus resultierenden Auflagen gelten für die
Kleingartenanlage uneingeschränkt, soweit das BKleingG
sowie örtliche Festlegungen und Regelungen nichts anderes
bestimmen.
Der Kleingärtner (nachfolgend Pächter genannt) ist
verpflichtet, diesen Anordnungen nachzukommen. Der
Vorstand übt in Abstimmung mit den zuständigen Behörden
Anleitung und Kontrolle aus.


2. Die Nutzung des Kleingartens


2.1 Pächter und Nutzer des KG
Bewirtschaftet wird der KG ausschließlich vom Pächter und
von zu seinem Haushalt gehörenden Personen.
Nachbarschaftshilfe bei der Gartenbewirtschaftung ist
gestattet. Dauert sie länger als sechs Wochen, ist der
Vorstand zu informieren.


2.2 Bewirtschaftung des KG
Der KG ist in gutem Kulturzustand zu halten und
ordnungsgemäß zu bewirtschaften. Kleingärtnerische
Nutzung ist gegeben, wenn der Kleingarten zur Gewinnung
von Obst, Gemüse und sonstigen Gartenbauerzeugnissen
für den Eigenbedarf, und zur Erholung des Pächters und
seiner Angehörigen dient. Mindestens ein Drittel der
Gartenfläche ist dem Anbau von Obst und Gemüse
vorbehalten. In Fragen der kleingärtnerischen Nutzung wird
dem Kleingärtner empfohlen, sich ständig weiterzubilden
und die Fachberatung des Vereins zu nutzen.


2.3 Bewuchs
Die Anpflanzung von Gehölzen (außer Obstbäumen), die
von Natur aus höher als 3 m werden, wie z. B. Wald- und
Parkbäume, ist nicht erlaubt. Das Anpflanzen von Gehölzen,
die als Wirtspflanzen bzw. Zwischenwirte für Feuerbrand
gelten, ist nicht gestattet (Anlage 02).
Bei Kern- und Steinobstgehölzen sind Niederstämme, die als
Busch, Spindel- oder Spalierbaum gezogen werden können,
der kleingärtnerischen Nutzung angemessen.
Als Schattenspender kann ein Halbstammobstbaum
angepflanzt werden.


2.4 Pflanz- und Grenzabstände
Beim Anpflanzen von Obstgehölzen und Beerensträuchern
werden folgende Pflanzabstände empfohlen (siehe Anlage
01), die Grenzabstände sind verbindlich.
Dabei sollte beachtet werden, dass von der Grenze bis zum
Stammmittelpunkt gemessen wird.
Die Ordnungen der Verbände und Vereine können größere
Abstände festlegen.


2.5 Neophyten
Entsprechend § 41 Bundesnaturschutzgesetz ist das
Anpflanzen von invasiven Neophyten verboten (Anlage 03).


2.6 Gartenbewirtschaftung
In der Gartenbewirtschaftung sind die Grundsätze des
integrierten Pflanzenbaus (hohe Bodenfruchtbarkeit,
optimale Gestaltung aller Kultur- und Pflegemaßnahmen,
gezielte und bedarfsgerechte Durchführung von Dünge- und
Pflanzenschutzmaßnahmen) anzuwenden.
Die ökologische Gartenbewirtschaftung wird unterstützt. Es
wird auf das Anpflanzen von resistenten Obst- und
Gemüsesorten, sowie Zierpflanzen orientiert.
Pflanzliche Abfälle sind zu kompostieren und als organische
Substanz dem Boden wieder zuzuführen. Auf den Einsatz
von Torf sollte verzichtet werden. Das Anlegen und die
Bewirtschaftung von Gemeinschaftskompostanlagen regelt
der Verein.


2.7 Die heimische Flora und Fauna sowie Nützlinge sind durch
alle geeigneten Maßnahmen zu fördern und zu schützen.


2.8 Einsatz chemischer Mittel
Auf die Anwendung von chemischen
Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbizide) und Salzen in
jeglicher Form ist zu verzichten. Nur wenn größere Schäden
anderweitig nicht abgewendet werden können, dürfen
chemische Pflanzenschutzmittel, unter Beachtung des
Bundes- bzw. Landespflanzenschutzgesetzes, eingesetzt
werden. Dabei sind die Anwendungsbestimmungen zu
beachten und ein Fachberater zu konsultieren.


2.9 Wasserschutzgebiete
Die sich aus Wasserschutzgebietsauflagen ergebenden
Festlegungen sind durch die Vorstände bekanntzumachen
und in die Kleingartenordnung des Vereins aufzunehmen.


3. Bebauung in Kleingärten


3.1 Gartenlaube
Im KG ist eine Laube in einfacher Ausführung mit
höchstens 24 m² Grundfläche einschließlich überdachten
Freisitz zulässig. Sie darf nach ihrer Beschaffenheit,
insbesondere nach ihrer Ausstattung und Einrichtung, nicht
zum dauernden Wohnen geeignet sein. Das Vermieten
derselben ist nicht gestattet.
Alle bis zum 3.10.1990 rechtmäßig errichteten bzw.
genehmigten Bauten und Einrichtungen haben lt. BKleingG
§ 20 a Bestandsschutz.


3.2 Errichten oder Verändern von Bauwerken
Das Errichten oder Verändern (Erweitern) der Gartenlauben
oder anderer Baukörper und baulicher Nebenanlagen in den
KG richtet sich nach § 3 BKleingG und erfordert die
Zustimmung des dafür zuständigen Vorstandes (siehe
Bauordnung des Verbandes). Für das Einholen aller
erforderlichen Genehmigungen ist der Bauwillige zuständig.
Mit den Bauarbeiten darf erst begonnen werden, wenn die
Bauerlaubnis erteilt worden ist.
Weitere Festlegungen, wie Abstandsflächen u. a. § 6 (5)
SächsBO, Außenmaße und Dachformen der Laube obliegen
dem Zwischenpächter (der diese Aufgabe dem Verein
übertragen kann).
Sitz- und Wegeflächen dürfen nicht aus geschüttetem Beton
bestehen.


3.3 Gewächshaus
Ein freistehendes Kleingewächshaus und Frühbeetkästen
dürfen nach Zustimmung des Vorstandes errichtet werden.
Folienzelte sind der Größe des Gartens anzupassen.
Das Gewächshaus darf eine max. Fläche von 12 m² nicht
überschreiten, die Höhe ist auf max. 2,50 m begrenzt. Ein
Grenzabstand von min. 1 m ist einzuhalten, die
Nachbarparzelle darf nicht beeinträchtigt werden.
Die Gartenordnungen der Verbände und Vereine können
geringere Maße festlegen, der Grenzabstand ist jedoch
verbindlich.
Bei zweckfremder Nutzung ist das Gewächshaus zu
entfernen.


3.4 Elektro- und Wasserversorgung
Elektro- und Wasseranschlüsse müssen den Vorschriften
und Richtlinien des zuständigen Versorgungsunternehmens
sowie dem BKleingG entsprechen.
Über die Installation der Wasseranschlüsse in der KGA, die
Ordnung der Nutzung des Wassers und das Auffangen von
Oberflächen- oder Regenwasser entscheidet der
Kleingärtnerverein. Dabei ist zu beachten, dass Regenwasser
grundsätzlich auf der eigenen Parzelle versickern sollte
(insbesondere die Dachentwässerung).


3.5 Feucht-Biotop
Im Kleingarten ist ein künstlich angelegter Teich, der als
Feucht-Biotop gestaltet werden sollte, bis zu einer Größe
von höchstens 8 m² einschließlich flachen Randbereich
zulässig.
Der Erdaushub verbleibt dabei in der Parzelle und ist in die
Teichgestaltung einzubeziehen.
Die max. Tiefe ist auf 1,10 m begrenzt.
Zur Anlage des Teiches sind entweder Lehm-, Tondichtungen
oder geeignete Kunststoffe zu verwenden.
Die Gartenordnungen der Kleingärtnervereine oder die
jeweiligen Kommunen können diese Größenangaben weiter
einschränken.
Maßnahmen zum Schutz der Kinder sind vorzusehen.
Sicherung und Verantwortung (Verkehrssicherungspflicht)
für alle Wasseranlagen in der Parzelle obliegen dem
jeweiligen Pächter.


3.6 Badebecken
Transportable Badebecken (Kinderplanschbecken) mit
einem Fassungsvermögen von max. 3 m³ und einer max.
Füllhöhe von 0,5 m können vom Vorstand des jeweiligen
Kleingärtnervereins während der Gartensaison genehmigt
werden. Chemische Wasserzusätze sind nicht gestattet.
Die Gartenordnungen der Kleingärtnervereine können diese
Größenangaben und/oder den Zeitraum weiter einschränken.


3.7 Betreiben und Umgang von Feuerstätten
Das Errichten und Betreiben von Feuerstätten (z. B. Öfen,
Herde und Kamine) ist im Kleingarten und den sich darin
befindlichen Baulichkeiten nicht statthaft. Unter der
Voraussetzung des Bestandsschutzes (Errichtung vor dem
3.10.1990) ist das Betreiben nur dann zulässig, wenn hierfür
eine Genehmigung vom zuständigen Bezirksschonsteinfeger
nachgewiesen wird und eine regelmäßige Überprüfung
gemäß geltender Gesetze erfolgt (Sächsische Feuerstättenund
Brandschutzverordnungen).
Die Rauchentwicklung darf die Nutzung der
Nachbarparzelle (Grundstück) nicht beeinträchtigen (u. a. Bienenschutz).
Der Betreiber ist zur Einhaltung aller damit in Verbindung
stehenden gesetzlichen Bestimmungen verpflichtet.
Bei Wegfall des Bestandsschutzes nach § 20 a Punkt 7
BKleingG ist die Feuerstätte zu entfernen.


3.8 Flüssiggase
Umgang mit Flüssiggas (z. B. Propangas) und Betreiben von
Flüssiggasanlagen in der Baulichkeit:
Hier sind die geltenden rechtlichen Regelungen zu beachten
und dem Kleingärtnerverein auf Verlangen die
Abnahmebescheinigung bzw. der Prüfbescheid vorzulegen.
Der Vorstand des Kleingärtnervereins muss in Kenntnis
gesetzt werden, dass sich Flüssiggas in der Parzelle befindet.


4. Tierhaltung

Die Kleintierhaltung gehört grundsätzlich nicht zur
kleingärtnerischen Nutzung. Soweit jedoch in den
Kleingartenanlagen in der ehemaligen DDR die
Kleintierhaltung bis zum 3. Oktober 1990 zulässig und
üblich war, bleibt sie unberührt, unter der Voraussetzung,
dass sie die Kleingärtnergemeinschaft nicht wesentlich stört
und der kleingärtnerischen Nutzung nicht widerspricht. Das
wird in der Regel dann der Fall sein, wenn die Kleintierhaltung im bescheidenen Umfang betrieben wird. Stets muss aber die gärtnerische Nutzung überwiegen. Auch
bei der Kleintierhaltung gilt die Einschränkung, dass sie nicht erwerbsmäßig, sondern nur für den Eigenbedarf betrieben werden darf.


4.1 Hunde und Katzen
Das Halten von Hunden und Katzen in KGA ist nicht
gestattet. Für Hunde ist außerhalb des KG Leinenzwang. Bei
Mitbringen von Katzen ist der Schutz der Vögel zu
gewährleisten.
Mitgebrachte Haustiere dürfen beim Verlassen der KGA
nicht im KG oder der Laube verbleiben.
Für Schäden, die ein Tier verursacht, haftet neben dem
Halter derjenige, der die tatsächliche Gewalt über das Tier
ausübt. Das Füttern von fremden Katzen ist in der KGA
untersagt.


4.2 Bienen
Bienenstände sollten bevorzugt am Rande der KGA
aufgestellt werden. Eine Anhörung der Nachbarn ist
vorzunehmen. Bei Bedarf sollte ein Sachverständiger
konsultiert werden.
Ausnahmen für die Bienenhaltung sind in Kleingärten nur
auf der Grundlage eines Vereinsbeschlusses und mit
Zustimmung des Verpächters möglich.


5. Wege und Einfriedungen


5.1 Pflege der Wege
Jeder Pächter hat die an seinen Einzelgarten grenzenden
Wege entsprechend zu pflegen.


5.2 Zwischenzäune
Abgrenzungen zwischen den Parzellen sind entbehrlich.
Wenn Zäune o. ä. zwischen den einzelnen Parzellen erlaubt
sind, sollten sie jedoch eine Höhe von 0,8 m nicht
überschreiten.
Die Art und Weise der Abgrenzung der Einzelgärten in der
KGA wird durch den Verein beschlossen.
Die Gestaltung der Außenumzäunung ist mit der
zuständigen Kommunalbehörde abzustimmen.


5.3 Hecken
Standorte, Formen und Schnittzeiten von Hecken und
grenznah angepflanzten Gehölzen sind vom jeweiligen
Kleingärtnerverein so festzulegen, dass Straßen, Wege und
Plätze innerhalb und außerhalb der Kleingartenanlage sowie
Nachbarparzellen durch natürlichen Zuwachs nicht
beeinträchtigt werden.
Maximal erlaubte Heckenhöhen: max. Höhe Grenzab.
- zu Hauptwegen, zu Nebenwegen und zu sonst. Vereinsflächen: 1,2 m 0,7 m
an Außengrenzen zu priv. Grundstücken, zu Straßen, zu Feldern,

Wäldern und Wiesen: 2,0 m 1,0 m
Ein Heckenbogen über der Gartenpforte ist zulässig.
Die Höhen gelten auch für Zäune, wenn sie in den
jeweiligen Gartenordnungen zulässig sind.
Beim Heckenschnitt ist unbedingt entsprechend
Sächsischem Naturschutzgesetz zu beachten, dass im
Zeitraum vom 1. März bis 30. September keine Gebüsche, Hecken o. ä.
(außer Formhecken z. B. Buchsbaum, Liguster) zu
schneiden, roden oder zu zerstören sind. Gleiches trifft für
Bäume zu, es sei denn, es wird eine Ausnahmegenehmigung
erteilt.
Einfriedungen innerhalb der KGA sowie Rankgerüste,
Sichtschutzblenden und Sichtschutzanpflanzungen dürfen
den Blick in die Einzelgärten nicht verschließen.


5.4 Instandhaltungsarbeiten
Jeder Pächter ist verpflichtet, zur Instandhaltung der Außenund
Innenabgrenzung beizutragen.


5.5 Gemeinschaftswege und -flächen
Das Befahren der Wege mit Kfz aller Art ist untersagt.
Mögliche Ausnahmen gestattet der Vorstand auf Antrag des
Pächters. Der Pächter haftet dabei für die von ihm
verursachten Schäden.
Auf Gemeinschaftsflächen dürfen keine künstlichen
Hindernisse entstehen. Das Lagern von Geräten,
Baumaterialien, Bauschutt, Erde, Stalldung usw. ist auf
Gemeinschaftsflächen des KGV, nach Zustimmung des
Vereinsvorstandes, befristet gestattet. Der Lagerplatz ist
ausreichend zu kennzeichnen, zu sichern und nach der
Benutzung zu reinigen.
Fahrräder, Kinderwagen, Transportgeräte usw. sind
innerhalb des KG abzustellen.


6. Kompostierung und Entsorgung


6.1 Kompostierung
Kompostierbare Pflanzenabfälle sind im KG fachgerecht zu
kompostieren. Der Kompostplatz ist mit einem
Mindestabstand von 1,0 m zur Nachbargrenze anzulegen.
Ausnahmen sind mit schriftlicher Zustimmung des
Vorstandes und des Nachbarn zulässig.
Gemeinschaftskompostanlagen innerhalb der KGA werden
empfohlen.
Das Anlegen von Kompostgruben ist nicht statthaft.
Zur Eindämmung von Pflanzenkrankheiten ist der
wirksamen Isolierung infektiösen Pflanzenmaterials
besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Mit Feuerbrand
befallenes Kernobst und Ziergehölze sowie mit Scharka
befallenes Steinobst dürfen nicht kompostiert werden. Mit
der Kohlhernie befallene Kohlpflanzen sind über den
Hausmüll zu entsorgen.


6.2 Entsorgung
Für die ordnungsgemäße Entsorgung nichtkompostierbarer
Abfälle ist der Kleingartenpächter selbst verantwortlich.
Solche Abfälle sind, sofern keine Entsorgungsmöglichkeiten
in der KGA vorhanden sind, außerhalb der KGA
entsprechend den geltenden Rechtsvorschriften und
kommunalen Regelungen zu entsorgen.
Sickergruben sind verboten, Spülmaschinen und
Waschmaschinen dürfen im Kleingarten nicht installiert und
betrieben werden. Die Entsorgung tierischer und
menschlicher Fäkalien auf dem Wege der Kompostierung ist
zulässig. Unzulässig ist es, menschliche Fäkalien in
undichten Behältnissen zu sammeln, versickern zu lassen
und unmittelbar an Anpflanzungen auszubringen.
Es sind bevorzugt Bio-Toiletten zu verwenden. Die Nutzung
von Chemietoiletten im Kleingarten ist nicht gestattet
(chemische Zusätze sind Sondermüll).
Es ist verboten, Bauschutt, Schrott, Plaste, Asbest u. ä.
Materialien sowie nicht kompostierbare Abfälle im KG zu
vergraben.


6.3 Verbrennen
Ein Verbrennen ist grundsätzlich nicht gestattet, Ausnahmen
sind von der zuständigen Behörde und dem Vorstand zu
genehmigen. Frisches Grünmaterial, z. B. Pflanzenmaterial,
aber auch behandeltes Holz, z. B. Bauholz, Möbelreste und
andere Abfälle (Plaste), zu verbrennen, ist generell verboten.


7. Gewässer- und Hochwasserschutz sowie Umweltschutz

 

7.1 Bei der Errichtung von Baulichkeiten, Anlagen und bei
Anpflanzungen ist ein 5 m breiter Abstandsstreifen
(Uferbereich) an Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern
einzuhalten.


7.2 Folgende Maßnahmen sind im Kleingarten anzustreben:
 Förderung von Nützlingen (Vogel- und
Nutzinsektenschutz durch das Aufstellen und
Aufhängen von Nistkästen, Insektenhotels,
Vogeltränken und Bruthilfen, Errichten von
Totholzhaufen)
biologischer Pflanzenschutz (z. B. keine
Anwendung von Unkrautvernichtungsmitteln und
Salzen im KG)
naturnahes Gärtnern (Mischkulturanbau, Einsatz
von widerstandsfähigem Saat- und Pflanzgut)


7.3 Wenn es erforderlich wird, dann ist der Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln mit dem Herstellervermerk
„Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig“,
unter Beachtung des Punktes 2.8, möglich. Verfallene oder
nicht für den Kleingarten zulässige Produkte sind verboten.


8. Sonstige Bestimmungen


8.1 Persönliche Arbeitsleistungen
Jeder Pächter ist verpflichtet, sich entsprechend den
Beschlüssen der Mitgliederversammlung des Vereins an
Gestaltung, Pflege, Erhaltung, Um- und Neubau bzw. Ersatz
von gemeinschaftlichen Einrichtungen durch finanzielle
Umlagen und persönliche Arbeitsleistung zu beteiligen.
Jeder Pächter ist berechtigt, die gemeinschaftlichen
Anlagen, Einrichtungen und Geräte des Vereins
entsprechend den Beschlüssen des Vorstandes zu nutzen.
Er haftet für alle Schäden, die durch ihn, seine
Familienangehörigen und seine Gäste verursacht wurden,
und hat jeden Schaden dem Vorstand anzuzeigen.


8.2 Verhalten in der KGA
Der Pächter, seine Angehörigen und von ihm beauftragte
Dritte haben sich jederzeit so zu verhalten, dass kein anderer
und die Gemeinschaft mehr als nach den Umständen
unvermeidbar gestört werden.
Eine den Nachbarn belästigende und den Erholungswert
beeinträchtigende Geräuschverursachung ist zu unterlassen.
Über die Nutzungszeiten von Geräten mit starker
Geräuschbelästigung entscheidet der Verein, unter
Beachtung der örtlichen Vorschriften
(Polizeiverordnungen).
8.3 Kfz in der KGA


Das Parken von Kraftfahrzeugen ist nur auf den ausgebauten und dafür vom Verein ausgewiesenen Flächen erlaubt. Das Auf- und Abstellen von Wohnwagen und das Zelten
innerhalb der Kleingartenanlage ist nicht zulässig. Waschen, Pflege und Instandhaltung von Kfz innerhalb der Kleingartenanlage und auf den dazugehörenden Abstellflächen sind verboten.


8.4 Pflichten des Pächters
Der Pächter ist verpflichtet,  allen behördlichen Anordnungen zur Pflege und dem
Schutz der Natur und Umwelt sowie die Einhaltung der öffentlichen Ordnung und Sauberkeit auf eigene Kosten nachzukommen, soweit nicht anders verordnet ist.sich an den Obliegenheiten des Verpächters bzw. Verpflichtungen des Vereins hinsichtlich der Räum und Streupflicht zu beteiligen, wenn das durch den Zwischenpachtvertrag oder durch kommunale
Regelungen festgelegt ist.


8.5 Vertragswidriges Verhalten
Kommt der Pächter den sich aus dieser Rahmenkleingartenordnung ergebenden Verpflichtungen nicht nach, ist der Verein nach schriftlicher Abmahnung und
Androhung berechtigt, diese Verpflichtung auf Kosten des Pächters erfüllen zu lassen.
Verstöße gegen die Rahmenkleingartenordnung des LSK sind schriftlich abzumahnen. Zur Beseitigung von Verstößen sind angemessene Fristen zu setzen. Fortgesetzte Verstöße
können im Rahmen des § 9 (1) Punkt 1 BKleingG wegen vertragswidrigem Verhalten zur fristgemäßen Kündigung des Pachtvertrages führen.


9. Schlussbestimmungen
Diese Ordnung wurde satzungsgemäß durch den Ausschuss des LSK am 12.10.1991, sowie deren 1. Änderung durch den Gesamtvorstand des LSK am 06.11.2009 beschlossen.
Sie tritt am 1. Januar 2010 nach ihrer Veröffentlichung auf der Internetseite des LSK (lsk-kleingarten.de) in Kraft. Die Verbände und Kleingärtnervereine haben das Recht, auf
der Grundlage dieser Rahmenkleingartenordnung und entsprechender territorial verbindlicher Ordnungen, eigene Kleingartenordnungen zu beschließen, die den Festlegungen
dieser Rahmenkleingartenordnung nicht widersprechen dürfen.


Änderungen wie z. B. Abstandsflächen o. ä., die sich aus dieser 1. Änderung der Rahmenkleingartenordnung ergeben, treten für den jeweiligen Kleingärtner erst bei Neuerrichtung oder Neupflanzung in Kraft. Der Vorstand des LSK wird ermächtigt, die Anlagen
eigenständig zur ergänzen oder zu verändern, wenn die Notwendigkeit dazu besteht.


Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.
Dresden, 06. November 2009
Dezember 2014


Anlage 01
Kernobst (Niederstämme, Stammhöhe bis 60 cm)
Empfohlener Verbindlicher
Pflanzabstand Grenzabstand (ab Stammmitte)
Apfel 3,00 m 2,00 m
Birne 3,00 – 4,00 m 2,00 m
Quitte 3,00 – 4,00 m 2,00 m
Viertel – und Halbstämme 4,00 m 3,00 m
Steinobst (Niederstämme oder Busch)
Sauerkirsche 4,00 m 2,00 m
Pflaume 4,00 m 3,00 m
Pfirsich 3,00 m 3,00 m
Aprikose 3,00 m 3,00 m
Süßkirsche auf Einzelbaum 3,00 m
Unterlage GiSelA 5
Säulenobst 2,00 m 2,00 m
Hoch wachsende Sorten 3,00 m 3,00 m
Beerenobst
Schwarze Johannisbeere 1,50 – 2,00 m 1,25 m
Rote u. weiße Johannisbeere 1,00 – 1,25 m 1,00 m
(Büsche u. Stämmchen)
Stachelbeeren 1,00 – 1,25 m 1,00 m
Johannis- u. Stachelbeeren 0,50 – 1,00 m 0,50 m
(1- bis 3-triebige Spindel am Spalier)
Himbeeren (am Spalier) 0,40 – 0,50 m 1,00 m
Brombeeren (am Spalier) 2,00 m 1,00 m
Brombeeren (aufrecht stehend) 1,00 m 1,00 m
Heidelbeeren 1,00 m 1,00 m
Maibeeren 1,20 m 1,00 m
Weinreben 1,30 m 1,00 m
Andere Gehölze
Form- und Zierhecken 2,00 m
Ziergehölze 2,00 m
Grundsätzlich gilt, den Abstand etwas größer zu wählen, damit es später keinen Streit gibt!



Anlage 02


1. Gehölze
Der Gehölzbestand einer Kleingartenanlage ist locker und muss durch schwachwachsende
Obstbäume geprägt sein. Um eine weiterführende kleingärtnerische Nutzung zu gewährleisten,
insbesondere den Anbau von Gemüse, ist es auf Grund von Schattenwirkung und Wurzeldruck im Kleingarten verboten, solche Gehölze anzupflanzen, die von Natur aus eine Wuchshöhe von 3m überschreiten (außer Obst- und Wildobstgehölze).
Dazu zählen vor allem Gehölze, die nicht dem Charakter von Kleingärten entsprechen, unter anderem Wald-, Park- und Friedhofsgehölze, alle Arten von Wacholder (Juniperus),
Fichte (Picea),
Tanne (Abies),
Eibe (Taxus),
Kiefer (Pinus),
Zeder (Cedreus),
Lebensbaum (Thuja),
Scheinzypresse (Chamaecyparis), Zypresse (Cupressus),
Mammutbaum (Sequoia), Urweltmammutbaum (Metasequioa), Riesenmammutbaum
(Sequioadendron),
Douglasie (Pseudotsuga),
Lärche (Larix),
Helmlocktanne (Tsuga), Schirmtanne (Sciadopitis) und Aukarien (Aucaria),
sowie Arten von Ahorn (Acer),
Birke (Betulus),
Buche (Fagus, Carpinus),
Eiche (Quercus),
Esche (Fraxinus),
Erle (Alnus),
Essigbaum (Rhus),
Ginko (Ginko),
Goldregen (Laburnum),
Kastanie (Castanea),
Pappel (Populus),
Platane (Platanus),
Robinie (Robinia),
Rosskastanie (Aesculus),
Tulpenbaum (Liriodendron),
Walnuss (Juglans),
Weide (Salix) und Arten weiterer Gattungen.
Die verbleibenden Arten, Blütensträucher und andere Ziergehölze, sind durch Schnittmaßnahmen auf
eine Höhe von 2,50 m zu begrenzen.
Auf Grund ihrer starken Wuchskraft ist es außerdem nicht gestattet, Bambusgewächse (Bambuseae)
und Chinaschilf (Miscanthus) im Kleingarten zu pflanzen.
Die Bepflanzung der Gemeinschaftsflächen muss so erfolgen, dass die kleingärtnerische Nutzung der
anliegenden Gärten nicht beeinträchtigt ist und der Charakter einer Kleingartenanlage erhalten bleibt.
Das Pflanzen von Obst- und Wildobstgehölzen ist ausdrücklich erwünscht.


Dezember 2014


2. Krankheitsüberträger
Feuerbrand
Der Feuerbrand ist eine der gefährlichsten Kernobstkrankheiten. Daher dürfen die hochanfälligen Wirtspflanzen dieser Krankheit, welche keinen kleingärtnerischen Nutzen haben, nicht in Kleingartenanlagen kultiviert werden.
Verbotene Gattungen sind: Glanzmispel (Photinia), Zwergmispel (Cotoneaster), Weiß- und Rotdorn (Crataegus), Feuerdorn (Pyracantha).


Feuerbrand ist meldepflichtig! Bei Erkennen der Krankheit in der Kleingartenanlage ist umgehend
folgende Dienststelle zu informieren:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
Referat Pflanzengesundheit
Waldheimer Str. 219, 01683 Nossen
Tel.: 035242 631-9300 oder -9301


Birnengitterrost
Wacholder (Juniperus) ist Hauptwirt des Birnengitterrostes. Daher sind alle Wacholderarten der Gattung „Juniperus“ in der gesamten Kleingartenanlage inklusive der Gemeinschaftsflächen verboten.


Johannisbeersäulenrost
Als Winterwirt sind 5-nadlige Kiefernarten der Überträger für den JUohannisbeersäulenrost an Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere.
Diese Kiefernarten, wie zum Beispiel Weymuthskiefer (Pinus strobus), Westliche Weymuthskiefer
(Pinus monticola) oder Tränenkiefer (Pinus wallichiana ) dürfen deshalb auch nicht auf
Gemeinschaftsflächen gepflanzt oder kultiviert werden.

Anlage 03
Neophyten im Kleingarten
Invasive Neophyten
Neophyten (griechisch: neos = neu; phyton = Pflanze; eingedeutscht Neophyten) sind Pflanzen, die bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt vom Menschen nach 1492, dem Jahr der Entdeckung Amerikas, in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkamen.
Invasive Neophyten sind eingeführte Pflanzen mit einem hohen Ausbreitungspotential. Sie dürfen nicht geduldet werden, da sie, abhängig von der Region, in ihrem neuen Lebensraum auf Grund verschiedener Eigenschaften unsere einheimischen Pflanzen verdrängen.
Laut Bundesnaturschutzgesetz sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um einer Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen und Arten durch Tiere und Pflanzen nichtheimischer oder invasiver Arten entgegenzuwirken.
Um eine weitere Ausbreitung in Sachsen nicht noch zu fördern, sind aber nur diese relevanten, hier aufgeführten, invasiven Neophyten in der gesamten Kleingartenanlage verboten und umgehend zu entfernen:


Nicht beherrschbare Neophyten mit starkem Verbreitungspotential aus dem Kleingarten heraus:
Staudenknöterich (Falliopa japonica, F. sachalinensis , F. x bohemica)
Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica)
Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba),
Drüsiges Springkraut, auch indisches oder japanisches Springkraut genannt (Impatiens glandulifera)
Kanadische- und Riesengoldrute (Solidago canadensis und gigantea)
Hornfrüchtiger Sauerklee (Oxalis corniculata)
Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens)- herbizidresistente Giftpflanze
Gemeiner Bastardindigo ( Amorpha fruticosa)- 3m hoher Schmetterlingsblütler
Neophyten mit starkem Verbreitungspotential aus dem Kleingarten heraus und negativer Wirkung auf
die menschliche Gesundheit:
Traubenkraut (Ambrosia) – Allergien, Asthma
Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) – phototoxische Wirkung, Brandblasen

 

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